Schönen Gruss und auf Wiedersehn

Das Video sagt eigentlich alles, und doch nehme ich natürlich wie gewohnt Stellung zum Thema ;-)

Drei spannende Monate sind zu Ende. Mit dem gestrigen Tag und dem für mich sehr zufriedenstellenden Resultat von 1444 Stimmen beende ich hiermit auch mein kleines aber feines Projekt “Päscu – ein Nationalrat für dich”. Ein Projekt, das mir sehr viel Spass bereitet hat und in dem ich vieles gelernt habe. Ich danke allen, die sich beteiligt haben und besonders denjenigen, die mich dann auch auf ihrem Wahlzettel berücksichtigt haben.

Wenn ich noch einmal von vorne beginnen könnte, würde ich vieles anders machen. Vieles, was ich mir ursprünglich vorgenommen hatte, lag in der kurzen Zeit und mit dem geringen Budget leider nicht drin. So wollte ich eigentlich eine Mobile-optimierte Webseite herstellen. Leider hat das nur beim Blog geklappt. Auch würde ich in Zukunft meine Wahlplakate wohl mit einem QR-Code versehen, so dass interessierte direkt mit ihrem Handy auf die Webseite zugreifen könnten. Und vielleicht würde ich noch etwas vehementer versuchen, die verschiedenen Meinungsbildner im Social Media Bereich zu aktivieren und für meine Kampagne zu gewinnen.

Vieles würde ich aber wieder genau so machen, wie ich es gemacht habe: Die Interaktion mit meinen Wählern über die verschiedenen Social Media Kanäle. Die Videos und Blogbeiträge, die zeigen sollten, dass Politik und Wahlkampf auch Spass machen dürfen. Auch habe ich es keine Sekunde bereut, dass ich viele meiner Massnahmen mit Hilfe von Lernenden umgesetzt habe. Ich finde, das Resultat, das die jungen Mediamatikerinnen und Mediamatiker – alles Lernende im 2. Lehrjahr – zu Stande gebracht haben, zeigt, dass unsere Zukunft in einer starken Berufsbildung liegt. Berufsleute, die anpacken und umsetzen können. Ich denke, dass auch sie mit der Umsetzung meiner Kampagne einiges an Lernerfolg erzielen konnten.

Von Anfang an, habe ich die Nationalratswahlen als Projekt mit klar terminiertem Abschluss gesehen. Als Projekt, das nach den Wahlen für mich wieder endet. So werde ich es auch halten. Ich gehe davon aus, dass dies meine erste und einzige politische Wahl sein wird, in der ich als Kandidat teilgenommen habe. Ich glaube, ich habe mit meiner Kandidatur mitgeholfen, eine Basis für parteifrei.ch zu schaffen, so dass in den kommenden Jahren neue parteifreie Kräfte eine reale Chance haben werden, tatsächlich gewählt zu werden. Ganz im Sinne des Mottos “Sachpolitik statt Parteipolitik”.

Ein kleines Bisschen Nachhaltigkeit hat das Projekt aber doch mit sich gebracht: Ich habe die Freude am Bloggen entdeckt. Aus diesem Grund werde ich wohl den Blog beibehalten. Ich werde hier im Blog in Zukunft pointiert zum politischen, wirtschaftlichen und technischen Geschehen in der Schweiz und auf der Welt Stellung nehmen.

Interessiert, den Blog weiter mitzuverfolgen? Dann abonnierst du dir am besten gleich den Blog, so dass du immer an erster Stelle über neue Beiträge informiert wirst. Gib dazu ganz einfach deine Mailadresse auf der rechten Seite unter dem Punkt “Blog-Artikel abonnieren” ein. Ich würde mich freuen, auch in Zukunft mit meinen Beiträgen spannende Diskussionen und Kommentare auszulösen.

Frauen an den Herd?

Frauen sollen zu Hause bleiben und für die Erziehung der Kinder sorgen. Dies war lange Zeit das Weltbild, nach dem die klassische Familie funktionierte. Doch dieses Modell hat aus verschiedenen Gründen nur wenig Zukunft.

Das Durchschnittsalter unserer Bevölkerung steigt und steigt. Die Ursachen liegen unter anderem darin, dass Familien immer weniger Kinder haben und auch, dass wir dank medizinischem Fortschritt immer älter werden. Dies hat fatale Folgen für unsere Sozialwerke, insbesondere für die AHV. Immer weniger Berufstätige müssen die Kosten für immer mehr alte Menschen tragen. Jede Frau, die nicht berufstätig ist, ist eine AHV-Einzahlerin, die uns fehlt. Mit ein Grund, weshalb ich der Meinung bin, dass man Frauen möglichst rasch wieder ins Berufsleben integrieren sollte, sobald ihre Kinder ein gewisses Alter erreicht haben.

Ein weiterer sehr wichtiger Grund ist, dass Frauen der Wirtschaft gut tun. Frauen denken anders als Männer, sie betrachten die Dinge aus anderen Blickwinkeln und helfen so auch mit, bei Herausforderungen auf neue Lösungen zu kommen. Noch immer ist die Frauenquote gerade auf Führungsebene in Schweizer Firmen erbärmlich. Mehr Frauen in zentralen Positionen hätten vielleicht den Effekt gehabt, dass wir heute in der Finanzkrise besser da stehen würden bzw. es diese vielleicht gar nicht gegeben hätte (obwohl die Führung des Risikomanagements der UBS einer Frau unterliegt). Eine These, die ich nicht beweisen kann und auch nicht beweisen will. Es handelt sich mehr um ein Bauchgefühl.

Doch wie bringen wir Frauen wieder vermehrt in die Wirtschaft – auch in Kaderpositionen? Aus meiner Sicht muss man im Bildungsbereich anfangen. Heute ist das Schulsystem kantonal – z.T. sogar kommunal – geregelt. Hat eine Familie zwei oder mehr Kinder die in verschiedenen Gemeinden die Schule besuchen, kann es zum Beispiel sein, dass jedes Kind andere Ferienpläne hat. Ist das wirklich nötig oder liesse sich das nicht zumindest kantonal vereinheitlichen? Ein weiterer wichtiger Schritt wären Blockzeiten in den Schulen. Wenn alle Kinder zu den selben Zeiten in der Schule sind, wird es Frauen auch ermöglicht zu diesen Zeiten zu arbeiten. Es sollten zudem mehr Möglichkeiten geschaffen werden, damit sich die Kinder am Mittag in der Schule verpflegen könnten. Dies hätte noch den angenehmen Nebeneffekt, dass neue Jobs geschaffen würden.

Nicht zuletzt stehen aber auch die Arbeitgeber und wir Männer in der Verantwortung. Es muss ein Wandel in unserer Denkweise stattfinden. Warum sollen nicht auch Männer Teilzeit arbeiten können und so ihren Beitrag zur Kindererziehung leisten? Leider ist es in vielen Firmen heute unmöglich, eine Berufskarriere zu machen, wenn man nicht 100% arbeitet. Teilzeitmodelle sollten deshalb auch von Firmen gezielt gefördert werden. Dies jedoch sollte aus meiner Sicht nicht politisch reguliert werden sondern muss von den Firmen selber kommen (Belohnungen für Frauenquoten, wie sie auch schon propagiert wurden, erachte ich definitiv als falschen Ansatz). Vielleicht brauchen wir dazu aber einfach noch ein bisschen Zeit.

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Du findest mich auf der Nationalratsliste von parteifrei.ch im Kanton Bern. Kandidat Nr. 22.25.0, Müller Pascal

Formularkrieg

Hast du für deine Unternehmung schon einmal ein Carnet ATA ausgefüllt? Ein Carnet ATA ist ein Dokument, das Firmen benötigen, um Güter temporär ins Ausland transportieren zu können, wenn sie im Ausland produzieren. Viele Firmen im Event-Bereich füllen Carnet ATA’s aus, wenn sie im Ausland einen Event veranstalten und Bühnen, Beleuchtung oder ähnliche Waren für kurze Zeit ins Ausland transportieren und danach wieder zurück in die Schweiz bringen. Im Carnet ATA muss jeder Gegenstand, den man mitnehmen und nicht verzollen will detailliert aufgeführt sein, inkl. dem Kaufpreis. Bei Computern muss zusätzlich die Seriennummer aufgeführt werden.

Bei einem mittelgrossen Event bedeutet das Ausfüllen eines Carnet ATA’s schnell einmal einen Aufwand von mehreren Personentagen. Wenn dies das einzige Formular wäre, das Firmen zur Sicherstellung ihrer Produktion ausfüllen müssen, wäre dies ja noch ertragbar. Tatsächlich finden sich gerade KMU’s heute in einem wirren Formularkrieg wieder. Für alles und jedes müssen den Behörden Formulare eingereicht werden.

Wie bereits in früheren Beiträgen erwähnt, sind auf den Formularen oft Daten enthalten, die mühsam auf das Formular übertragen werden müssen, obwohl sie bei den Firmen in digitaler Form vorhanden wären. Was fehlt, sind oftmals die Schnittstellen, damit diese Daten auch digital an die Behörden übertragen werden könnten.

Warum hat es der Staat bis heute nicht fertig gebracht, diese Schnittstellen zu schaffen und zu standardisieren? Wohl weil vielen Politikern (und leider auch der eidgenössischen Administration) der heutigen Generation die technischen Grundlagen fehlen um überhaupt eine Sensibilität für das Thema Schnittstellen entwickeln zu können. Gut, man kann sagen, dass zumindest in einigen Bereichen bereits Schnittstellen geschaffen wurden. Nach wie vor gibt es aber noch zu viele Bereiche, in denen diese Schnittstellen fehlen. Schaffen wir es zusammen, diese zu erstellen und zu standardisieren? Im Sinne einer effizienten Wirtschaft sollten wir dieses Thema unbedingt angehen.

So wählst du Päscu

Verschiedentlich wurde ich angefragt, wie man mich denn nun bei der Wahl tatsächlich unterstützen kann. Hier nun also ein kleines Tutorial, wie du mich unterstützen kannst.

Grundsätze

  • Du entscheidest, wen du wählen möchtest! Ich zeige dir mit diesem Blog-Beitrag nur, wie du mich unterstützen kannst. Ich gebe keine Empfehlungen ab, wen du wählen oder nicht wählen sollst.
  • Meine Kandidatennummer ist 22.25.0. Du findest mich auf der Liste 22, parteifrei.ch (pf)
  • Um mich zu unterstützen, darfst du meinen Namen und meine Kandidatennummer 2x auf den Wahlzettel schreiben.
  • Ich trete im Wahlkampf unter meinem Spitznamen “Päscu” auf. Wenn du mich auf deiner Liste berücksichtigst, musst du jedoch zwingend meinen richtigen Namen “Müller Pascal” auf den Wahlzettel schreiben!
  • Wenn du per Brief wählst, vergiss nicht, deinen Stimmrechtsausweis zu unterschreiben und mitzuschicken. Die Wahlzettel müssen ins mitgelieferten Couvert gesteckt werden. Eine entsprechende Anleitung findest du auch auf der Rückseite des Stimmrechtsausweises.
  • Egal für welche Variante du dich entscheidest: Jeder Kandidat darf auf deiner Liste maximal 2x auftauchen. Zudem dürfen nicht mehr als 26 Namen auf deiner Liste stehen. Sämtliche Änderungen müssen handschriftlich erfolgen. Wenn du dies nicht beachtest, ist deine Stimme ungültig

Möglichkeit 1: Liste 22 unverändert einlegen

Wenn du die Liste 22 unverändert einlegst, unterstützt du sowohl mich als auch Parteifrei am besten. Du sagst damit ja zu meinen Anliegen und ja zu den Anliegen der anderen Kandidaten auf der Liste und zum Grundanliegen von Parteifrei – Sachpolitik statt Parteipolitik. Einen Überblick über alle Kandidaten findest du hier

Möglichkeit 2: Liste 22 panaschieren

Panaschieren bedeutet, dass du Kandidaten einer bestehenden Liste durchstreichst und sie durch Kandidaten anderer Parteien ersetzt. Dies kannst du machen, wenn dir einzelne Kandidaten der Liste von Parteifrei nicht passen. Streiche sie durch und schreibe den Namen eines anderen Kandidaten sowie dessen Kandidaten-Nummer oberhalb des durchgestrichenen Kandidaten hin.

Möglichkeit 3: Eigene Liste erstellen

Du kannst dir auch eine komplette eigene Liste zusammenstellen. Du findest bei deinen Wahlzetteln eine Liste, auf der du jeden einzelnen Namen selber eintragen kannst. Dies ist zwar mit etwas mehr Aufwand verbunden, du kannst dir damit aber dein ganz persönliches Parlament selber zusammenstellen.

Beim Zusammenstellen einer eigenen Liste musst du folgendes beachten:

  • Auf deiner eigenen Liste muss oben zwingend ein Listenname (“Parteibezeichnung”) und eine Listennummer einer bestehenden Liste ersichtlich sein! Am besten unterstützt du mich und Parteifrei, wenn du dort die Liste Nr. 22, parteifrei.ch (pf) einträgst. Du kannst aber natürlich auch eine andere Liste eintragen.
  • Am besten unterstützt du mich, wenn du mich 2x auf deine Liste setzt.
  • Du kannst alle 26 leeren Felder ausfüllen, musst du jedoch nicht. Du darfst also auch Felder leer lassen.
Möglichkeit 4: Setze mich auf eine andere Liste
Natürlich kannst du auch eine Liste einer Partei nehmen und dort einen oder mehrere Kandidaten durchstreichen. Auch hier kannst du meinen Namen und meine Kandidatennummer maximal 2x eintragen!
Noch fragen? Ich stehe dir selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Päscu

Von digitalen Bürgern und analogen Behörden

Das Video zu Grund Nummer 6 wurde vor dem Einwohnermeldeamt der Stadt Bern gedreht. Als wir uns zum Dreh einfanden, stand ein junger Mann vor der Tür und rauchte eine Zigarette. In einem kurzen Gespräch fand ich heraus, dass er gerade aus der Gemeinde Bolligen nach Bern umgezogen war. Vor 20 Minuten hatte er beim Einwohnermeldeamt ein Zettelchen mit einer Nummer gezogen. Nun wartete er, bis er sich in der Stadt Bern anmelden konnte.

So wie dem jungen Mann ergeht es täglich hunderten von Schweizern, die ihren Wohnsitz wechseln. Sie verbraten Stunden, nur um ihren Niederlassungsausweis bei ihrer alten Gemeinde abzuholen und ihn bei der neuen wieder digitalisieren zu lassen.

Das Thema der fehlenden digitalen Strategie des Staates beschäftigt mich schon länger. Bereits vor einem Monat habe ich hier im Blog dazu Stellung genommen. Warum muss der Bürger wegen jedem noch so kleinen Behördengeschäft zu den Behörden rennen, obwohl er schon so vieles in seinem Leben zeitsparend übers Internet organisieren kann? Zumindest haben wir es schon einmal soweit geschafft, dass wir die Steuererklärung online ausfüllen können.

Jährlich gehen Millionen von Arbeitsstunden dafür drauf, Daten auf Formularen einzutragen, die dann irgendwo (und meist in mehrere Systeme) wieder digitalisiert werden. Ein Beispiel, das ich momentan im Rahmen meines Zivildiensteinsatzes wieder miterleben muss ist die Anmeldung zur Erwerbsersatzordnung: Der Einsatzbetrieb füllt ein Formular aus, auf welchem ersichtlich ist, wie viele Diensttage ich geleistet habe. Dies wird auf dem Postweg an die zuständige Vollzugsstelle für den Zivildienst gesandt. Diese wiederum füllt ein neues Formular aus, auf welchem die geleisteten Diensttage ersichtlich sind. Nun kommt das Formular auf dem Postweg zu mir. Ich muss nun weitere Daten hinzufügen, unter anderem meinen Zivilstand, die Anzahl Kinder, meinen Arbeitgeber, etc. Notabene handelt es sich dabei um Angaben, die der Staat eigentlich bereits von mir hat. Weil diese Daten beim Staat jedoch nicht verknüpft sind, muss ich sie handschriftlich auf das Formular übertragen.

Danach geht das Formular zu meinem Arbeitgeber. Dieser muss nun Angaben zu meinem Lohn machen. Ebenfalls Daten, die der Staat eigentlich bereits irgendwo in einer Datenbank hat, die wiederum nicht verknüpft sind. Danach gehen die Formulare zur Ausgleichskasse, wo die Daten vom Papier wieder in ein Computersystem eingegeben werden.

Aber wir müssen doch den Datenschutz sicherstellen, werden nun viele sagen. Ich erwidere darauf: sollte der Staat, der ja quasi als eine grosse Unternehmung betrachtet werden kann, nicht zumindest auf die internen Daten zugreifen können, so wie das in fast jeder Unternehmung der Fall ist? Schlussendlich wird er ja über alle die Formulare sowieso zu den benötigten Daten kommen. Ist wirklich bei jedem Arbeitsschritt ein Medienbruch nötig?

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Pascal Müller – Kandidat 22.25.0
2x auf deine Liste

Mobilität darf etwas kosten

Vor rund zwei Jahren debattierte man im Kanton Zug, ob der öffentliche Verkehr den Bürgern kostenlos zur Verfügung stehen soll. Bei den letzten Preisaufschlägen des öffentlichen Verkehrs ging ein lauter Aufschrei durch die Bevölkerung: der öV wird schon wieder teurer?

Wenn ich in meinem Umfeld überzeugte Autofahrer frage, warum sie nicht den öV nutzen, ist die Antwort meist: mit dem Auto fahre ich günstiger. Ein Irrglaube: auf mein Nachfragen, rechnen die meisten Autofahrer oft nur den Benzinpreis zu den Kosten für ihre Fahrtstrecke. Dass ein Auto eine teure Investition ist, die – um auf die Vollkosten zu kommen – abgeschrieben werden müsste, berücksichtigen nur die wenigsten. Auch wird oft vergessen, dass ein Auto ab und zu in den Service muss und dass Kosten für die Versicherung anfallen.

Wer mit dem öffentlichen Verkehr fährt – insbesondere wenn er ein Abonnement besitzt (GA, Libero-Abi, etc.) – fährt im Normalfall massiv günstiger als mit dem Auto. Dennoch wird bei jeder Preiserhöhung zuerst einmal auf den Tisch gehauen. Kaum berücksichtigt wird, dass der öffentliche Verkehr in den vergangenen Jahren einen massiven Leistungsausbau mitgemacht hat und voraussichtlich auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Was habe ich von diesem Leistungsausbau habe, ist dann meistens die Frage. Die Antwort: schnellere Verbindungen, bessere Anschlüsse und mehr Komfort. Die SBB rüsten momentan ihre ganze Intercity-Flotte mit Steckdosen aus. Ein grosses Bedürfnis für alle, die unterwegs arbeiten oder den leeren Akku des Smartphones aufladen wollen. PostAuto überlegt sich, in ihren Bussen flächendeckend gratis WLAN einzubauen. Immer mehr Direktverbindungen und bessere Anschlüsse sorgen für kürzere Reisezeiten.

Doch soll dieser Leistungsausbau gänzlich durch den Steuerzahler bezahlt werden? Ich finde nicht. Auch die öV-Nutzer sollen ihren Beitrag an die Verbesserung leisten. Und ich sage das als überzeugter Nutzer des öffentlichen Verkehrs und nicht als Mitarbeiter eines öV-Unternehmens (ich arbeite bei der PostAuto Schweiz AG). Da ich keinen Führerschein besitze, bin ich auf ein gutes Angebot des öffentlichen Verkehrs angewiesen. Da ich mir aber bewusst bin, dass wir Bahn- und Busfahrer im Vergleich zu den meisten  Autofahrern nach wie vor sehr günstig unterwegs sind, bin ich auch bereit, einen finanziellen Beitrag an meine persönliche Mobilität zu leisten. Einen Beitrag dafür, dass ich auch weiterhin von einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr profitieren kann. Denn in einem anderen Land als der Schweiz, wäre ich mit meinen 28 Jahren wohl längst dazu “gezwungen” worden, den Führerschein endlich zu machen. Einfach so. Weil ich wohl gar keine Alternative hätte.

Denken verboten

In der Schweiz hatte man in den letzten Jahren vermehrt das Gefühl, dass immer mehr verboten ist. Minarettbau: verboten! Rauchen in Restaurants: verboten! Alkoholverkauf in Bahnhöfen nach 22 Uhr: verboten! Killerspiele: verboten!

Tankstellenshops dürfen seit dem Jahr 2010 in der Nacht ab 1 Uhr keine Tiefkühlpizzas und andere Artikel des täglichen Bedarfs mehr verkaufen. Was bringt ein solches Verbot? Bei mir stösst es schlichtweg nur auf Unverständnis. Warum darf ein Laden in der Nacht keine solchen Produkte verkaufen? Es scheint ja ein Bedürfnis vorhanden zu sein, dass man auch in der Nacht einkaufen kann. Sonst würde es wohl keinem Tankstellenbetreiber in den Sinn kommen, seinen Laden in der Nacht zu öffnen und dem Ladenpersonal teure Nachtzuschläge auf den Lohn zu entrichten.

Soll man in Zukunft alles verbieten oder soll man den Bürger dazu erziehen, selber zu denken, ob etwas sinnvoll ist oder nicht?

Gewisse Verbote machen ja durchaus Sinn. Aber muss denn wirklich alles verboten werden? Wollen wir in einem freien Land weiterhin bevormundet werden? Wird bald einmal auch das Denken verboten? Oder sollten wir doch eher das Verbieten verbieten (oder zumindest einmal einschränkten)?

Einfach einmal einfach

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Nach diesem Grundprinzip politisieren leider sehr viele Politiker hier in der Schweiz. Anstatt dem Volk in einfachen Worten neue Anliegen und Gesetzestexte zu erklären, verstricken sie sich in Reden voller Fremdwörter und Fachausdrücken.

Ein einfaches Grundprinzip im Bereich der Präsentationstechnik lautet: Wer nicht überzeugen kann, soll wenigstens verwirren. Denn wer komplexe Sachverhalte selber richtig versteht, versteht es auch, diese in einfachen Worten zu erklären. Ganz einfach!

Von schwarzem und von weissem Denken

Obwohl aufgrund meines Namens nichts darauf hindeutet: auch ich habe einen Migrationshintergrund. Meine Grossmutter ist Italienerin. Wie mir geht es tausenden von Schweizerinnen und Schweizern: wenn sie in ihrem Stammbaum etwas zurück gehen, finden sie ausländische Wurzeln vor.

Ich stellte mir schon oft die Frage: wie definiert der Schweizer eigentlich Ausländer? Ist das jemand, der Jahre lang im Ausland gelebt hat und nun in die Schweiz gekommen ist? Ist es auch jemand, der im Ausland geboren wurde und in der Kindheit in die Schweiz kam? Ist auch jemand, der in der Schweiz geboren wurde, dessen Eltern jedoch im Ausland aufgewachsen sind ein Ausländer? Oder ist es einfach generell jeder, der keinen roten Pass mit weissem Kreuz zu Hause hat? Fragen über Fragen…

Was ist eigentlich so schlimm an diesen Ausländern? Wieso muss man sie ausschaffen, wenn sie ein Delikt begangen haben? Warum müssen wir ihre Einwanderung stoppen, obwohl unsere Wirtschaft auf qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen ist? Ist es der richtige Weg, andersartige Menschen auszugrenzen? Nein! Die Schweiz lebt doch seit jeher von ihrer Vielfalt. Als Land, das vier offizielle Landessprachen hat, müssten wir doch stolz darauf sein, dass wir gelernt haben, mit dem Andersartigen umzugehen und dieses in unserem Alltag zu akzeptieren.

In meinem Umfeld habe ich diverse Leute, die aufgrund der oben genannten Definitionen als Ausländer gelten. Viele von ihnen haben ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht – oder zumindest einen Grossteil ihres Lebens. Sie leben ein Leben, wie ich es lebe. Ihr Verhalten weicht nur in den wenigsten Fällen von dem eines “typischen Schweizers” ab (wobei ich mich nach wie vor frage, wie den der typische Schweizer sich verhält und wie er genau aussieht). Es gibt sogar einige, die verhalten sich wohl in vielen Situationen “schweizerischer” als ich das tue. Sie sind gut integriert, und das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Wenn wir es schaffen, andersartige Menschen bei uns zu integrieren, werden wir in Zukunft profitieren. Dazu gehört, dass sie lernen unsere Sprache zu sprechen und dass sie unser Wertsystem kennen. Denn nur so kann eine gegenseitige Akzeptanz entstehen. Es gehört sich aber auch für uns Schweizer, dass wir lernen, mit dem anders sein umzugehen und zu akzeptieren, wenn jemand anders ist. Denn eigentlich sind wir doch alle etwas anders.

Schaffen wir es, andersartige Menschen zu integrieren, profitiert auch die Wirtschaft in der Schweiz. Durch eine gute Integration werden Arbeitskräfte geschaffen, die der Wirtschaft gut tun. Eine gewisse Heterogenität hat noch keiner Unternehmung geschadet. Bunt zusammen gewürfelte Teams sind im Normalfall erfolgreicher als Teams, die aus lauter gleichen Menschen bestehen. Dies durfte ich in meiner beruflichen Laufbahn im Bereich des Innovationsmanagements schon oft feststellen. Durch den Einbezug verschiedener Blickwinkel entstehen die besten Ideen.

Die Politik muss in manchen Bereichen die Grundlagen schaffen, damit die Integration keine Idealvorstellung bleibt. Dazu gehört, dass Kinder von Ausländern in normale Schulklassen integriert werden und keine Silos geschaffen werden. Die Kinder – aber auch die Eltern – sollen unser Wertesystem kennen und verstehen. Auch wenn ich persönlich aus der Kirche ausgetreten bin, bin ich der Meinung, dass auch Kinder, die einer anderen Religion angehören, unsere Religion kennen sollten. Denn auf ihr beruht ein grosser Teil unseres Wertesystems. In Norwegen wird im Fach Religion beispielsweise nicht nur auf die grossen christlichen Religionen eingegangen sondern es werden auch die Eckpfeiler andere Religionen, wie der Islam oder der Buddhismus, erlernt. So entsteht gegenseitige Toleranz und Respekt vor dem anderen. Genau das, was wir für die Zukunft einer einzigartigen und bunt gemischten Schweiz benötigen.

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Weitere Infos zu mir und meinen Anliegen findest du auf meiner Webseite www.pascalmueller.net

Krieg gegen imaginäre Feinde

Letzte Woche hat der Nationalrat wieder einmal gezeigt, dass die Mehrheit seiner Mitglieder weiterhin gegen imaginäre Feinde kämpfen will. Nach wie vor ist die Milizarmee der Schweiz auf Bedrohungsszenarien ausgerichtet, wie sie vermutlich in der Zeit des kalten Krieges durchaus denkbar waren. Viele Leute fragen sich jedoch, welcher Feind denn in naher Zukunft noch mit Bodentruppen in die Schweiz einfallen sollte. Wieso benötigt die Schweiz also eine überdimensionierte Milizarmee, die darauf ausgelegt ist, gegen andere Armeen Krieg zu führen? Ich kann diese Frage leider nicht zufriedenstellend beantworten.

Braucht es in der Schweiz nicht viel mehr eine starke Organisation, die hilft, wenn Umweltkatastrophen eine Stadt, ein Dorf oder eine ganze Regionen lahm legen? Oft wird heute die Armee beigezogen, wenn z.B. in Gondo ein Schlammlawine ein ganzes Dorf verschüttet oder wenn die Aare in Bern bei Hochwasser ganze Quartiere überflutet. Benötigen wir dazu eine Milizarmee in grünen Tarnanzügen? Nein! Wir benötigen ein ausgebildetes Katastrophenhilfekorps, das speziell für solche Einsätze zur Verfügung steht und bei Bedarf auch bei Katastrophen im Ausland zur Hilfe gesandt werden kann.

Braucht die Schweiz nicht eher eine starke Polizei, welche uns Schweizer im Landesinneren schützt? Leider wurden wir in den vergangenen Wochen wieder einmal Zeuge davon, dass Gewalt unter Bürgern und Gewalt gegen die Polizei eine viel grössere Herausforderung darstellt als ausländische Armeen, die die Schweiz zu erobern wollen (einmal abgesehen von Gaddafi, der die Schweiz aufteilen wollte). Als grosser Fussballfan finde ich es beispielsweise auch bedenklich, wie einige wenige Krawallbrüder es immer wieder schaffen tausenden von friedlichen Matchbesuchern das Fussballfest versauen. Als Fussballfan wird man heute leider von vielen schon einmal unter Generalverdacht gestellt, ein potentieller Schläger zu sein. Können wir dieser Herausforderungen im eigenen Lande mit einer Milizarmee entgegentreten? Wohl eher nicht. Dazu braucht es ausgebildete Fachkräfte.

Brauchen wir nicht eher einen starken Zivildienst, der in Alters- und Pflegeheimen mithilft, unsere Eltern und Grosseltern zu pflegen. Ein Zivildienst, der in Projekten mitarbeitet, welche z.B. den oben genannten Problemen im Landesinnern auf den Grund geht? Zivile Fanarbeit hat bei vielen Clubs schon zu erheblichen Erfolgen geführt und die Gewalt an Fussballspielen erheblich gesenkt. Warum diese Arbeit also nicht auch auf anderen Ebenen fortsetzen?

Die Mehrheit des heutigen Parlaments scheint leider anderer Meinung zu sein als ich. Sie hält es weiterhin für nötig, gegen imaginäre Feinde eine überdimensionierte und teure Milizarmee einzusetzen. Hoffen wir, dass wir bald zur Vernunft kommen und die wahren Herausforderungen mit geeigneten Mitteln anpacken.

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Weitere Infos zu Päscu – ein Nationalrat für dich – findest du unter www.pascalmueller.net